24.Januar 2012
 
 

Weinheimer lassen aufhorchen

Björn Baum (links) und Frederick Jost (rechts) holten sich
in Bad Rappenau den baden-württembergischen Meistertitel im Doppel.
Jost ließ im Einzel zudem noch Silber folgen. Bild: Gutschalk


Bad Rappenau. Frederick Jost, Zweitbundesligaspieler des TTC 46 Weinheim, sorgte in Bad Rappenau für einen weiteren Höhepunkt in seiner Karriere. Dort traten die besten 32 Herren an, um die baden-württembergischen Meistertitel im Einzel und im Doppel auszuspielen. Mit dabei war auch Teamkollege Björn Baum, mit dem Jost den Titel im Doppel holte.

Ohne Probleme zogen beide Spieler im Einzelwettbewerb ins Viertelfinale ein. Dort musste Baum in einem engen Match Liang Qiu zum Sieg gratulieren. Mit 11:8 ging der vierte Satz an den Zweitligaspieler aus Frickenhausen.

Besser lief es für Jost. Der deutsche Jugendmeister setzte sich im Viertelfinale klar mit 3:1 gegen den früheren TTC-Spieler Alexander Krieger durch und machte dann sein Meisterstück, indem er im Halbfinale die Nr.1 vom Sportbund Stuttgart, den Chinesen Mu Hao mit 3:2 besiegte. Mu ist seit Jahren einer der besten Spieler in der 2. Liga im vorderen Paarkreuz.

Damit kam es zum Endspiel zwischen Jost und Grünwettersbach Spitzenspieler Lei Yang. Auch hier spielte der junge Weinheimer klasse Tischtennis, verlor aber den dritten Satz 11:13. Danach hatte der Penholderspieler vom Zweitbundesliga-Spitzenreiter leichtes Spiel und gewann das Endspiel mit 4:1. Trotzdem ein Riesenerfolg für den erst 17-jährigen Jost.

Motiviert waren die beiden Weinheimer im Doppel. Ohne Probleme marschierten beide ins Endspiel und trafen dort auf die beiden Spitzenspieler des Oberligisten aus Heilbronn Dudek und Klosek, die sie in fünf Sätzen bezwangen.

Säger übertrifft alle Erwartungen
Mit zwölf Jahren unter den besten acht Damen in Baden-Württemberg - ihrer Altersklasse entsprechend sollte das Tischtennis-Talent des TTC 46 eigentlich bei den am gleichen Tag stattfindenden U13-Meisterschaften antreten. Ihr Trainer und der badische Verband schickten sie allerdings zu den Damenkonkurrenzen, wo sie Spielpraxis gegen hochklassige Gegnerinnen sammeln sollte.

Das erste Match ging gleich gegen die in der Oberliga spielende Olbert aus Wilferdingen. Luisa spielte sehr konzentriert, nach vier Sätzen stand es 2:2 und im Entscheidungssatz hatte sie dann sogar mit 11:9 die Nase vorn. Ein Ziel war, erreicht - sie wollte nicht alles verlieren.

Im nächsten Spiel ging es gegen ihre Bundeskaderathletin Kaim. Auch sie spielt schon Oberliga. Schnell gewann Luisa mit 11:7, auch im zweiten Satz führte sie mit 5:2. Dann allerdings stellte Kaim ihr Spiel um und Säger verlor noch 1:3.

Gegen die Regionalligaspielerin Scherer aus Süssen musste die Weinheimerin ihr letztes Gruppenspiel gewinnen, um weiterzukommen. Es wurde eines der besten Spiele, das sie in der letzten Zeit ablieferte: Rückhandtopspins vom Feinsten, tolle Vorhandschüsse und vor allen Dingen eine Abgeklärtheit, die selbst die gegnerische Trainerin verblüffte, brachten Luisa einen verdienten 3:1-Sieg.

Damit stand sie unter den besten 16 Damen. Die Auslosung wollte es dass Luisa wieder gegen eine Regionalspielerin aus Süssen an die Platten musste. Diesmal die Nr. 2 Gruber, die vorher all ihre Spiele 3:0 gewonnen hatte. Dem 11:9-Sieg im ersten Durchgang folgten zwei Satzniederlagen zum 9:11 und 7:11, ehe Sägers Kampfgeist erwachte. 11:6 gewann sie die Sätze vier und fünf, was die Zuschauer mit lang anhaltendem Beifall belohnten. Damit befand sich die Zwölfjährige unter den letzten acht Damen in ganz Baden-Württemberg.

Im Viertelfinale traf sie auf die Bundesligaspielerin Rosalia Stähr vom SV Böblingen. Die an Nr.1 gesetzte Stähr spielt lange Noppen auf der Rückhand und kann mit der Vorhand bei Bedarf auch richtig gut angreifen. Locker spielte Luisa und sammelte auch dann fleißig Erfahrung in den ersten beiden Sätzen die jeweils mit 11:5 an die Bundesligaspielerin gingen. Im dritten Satz legte sie dann den Respekt vollkommen ab und kam nach 6:10-Rückstand mit viel Mut bei ihren Angriffsbällen gegen die kompromisslos abwehrende Stähr auf 10:10 heran. Trotz des 11:13 und dem Matchverlust waren nur zufriedene Gesichter zu sehen.

In der Doppelkonkurrenz schied Luisa Säger mit ihrer Trainingskollegin Wolf vom TV Busenbach in der ersten Runde gegen das an eins gesetzte Doppel Stähr/Lorenz aus.